Wie verändert sich das Klima in Rostock? Langfristige Daten zu Hitze- und Frosttagen, Niederschlagsmustern und Extremwetterereignissen zeigen, wie sich unsere Stadt bereits wandelt. In diesem Bereich machen wir Entwicklungen sichtbar, ordnen sie ein und zeigen, welche Auswirkungen sie auf Gesundheit, Umwelt und Stadtplanung haben.
Lokaler Klimawandel & Trends
Die Begriffe „Wetter“ und „Klima“ werden häufig verwechselt, obwohl zwischen ihnen ein grundsätzlicher Unterschied besteht. Als „Wetter“ bezeichnet man kurzfristige, örtlich begrenzte Zustände der Atmosphäre, die anhand von Parametern wie Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck, Windrichtung, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmenge zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort beschrieben werden können. Zum Beispiel: In Rostock regnet es heute, während morgen dort Sonnenschein herrscht.
Demgegenüber beschreibt „Klima“ die Gesamtheit und den typischen Verlauf solcher Wetterereignisse an einem Ort über einen langen Zeitraum, meist über 30 Jahre hinweg. Das Klima ist also eine statistische Zusammenfassung der Wetterphänomene, die eine Region über viele Jahrzehnte hinweg prägen.
Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts, mit dem Beginn der Industrialisierung, steigt die durchschnittliche Temperatur der Erde immer schneller an – das Klima verändert sich. Den anthropogenen Klimawandel einzudämmen oder zu stoppen, gilt heute als eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft.
Jahresdurchschnittstemperatur
Die Abbildung zeigt die Abweichung der jährlichen Durchschnittstemperaturen der Station Rostock Warnemünde im Vergleich zu einem langjährigen Referenz-Mittelwert. Ein Streifen repräsentiert ein Jahr, und die Farbe zeigt an, ob das Jahr kälter (Blautöne) oder wärmer (Rottöne) als der Durchschnitt war. Die Intensität der Farbe wird dabei durch die Größe der Abweichung bestimmt, wobei dunklere Töne stärkere Abweichungen darstellen.
Als Referenz wurde der Mittelwert aus den Jahresdurchschnittstemperaturen von 1961-1990 gebildet. Die Grafik zeigt für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock einen deutlichen Anstieg seit den 1990er Jahren. Das Jahr 2024 war im Durchschnitt 2,8 °C wärmer als das vieljährige Mittel 1961-1990.
Das vieljährigen Mittel 1961–1990 dient als 30‑jährige Klimanormalperiode bzw. klimatologischer Bezugszeitraum in der Klimatologie.
Hinweis: 1945 und 1946 keine Daten beim Deutschen Wetterdienst vorliegend.
Hitzetage
Frosttage treten auf, wenn die Tiefsttemperatur des Tages unterhalb des Gefrierpunktes (0 °C) liegt. Ist auch die Höchsttemperatur des Tages unter null Grad, spricht man von einem Eistag. Die Anzahl der Eistage ist somit eine Untermenge der Anzahl der Frosttage.
Klimakarte
Dicht bebaute Bereiche in der Innenstadt erwärmen sich bei langanhaltenden Hitzephasen stärker als durchgrünte Flächen.
Wo entstehen in der Rostocker Innenstadt im Sommer Wärmeinseln? Wo wird im Umland der Stadt nachts Kaltluft gebildet? Durch welche Korridore strömt sie ins Rostocker Stadtzentrum?
Je genauer solche lokalen Besonderheiten bekannt sind, desto zielgerichteter können Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas abgeleitet werden. In 2020 wurde dazu eine Stadtklimaanalyse für das gesamte Stadtgebiet durchgeführt. Sie zeigt unter anderem, wo sich bei langanhaltenden Hitzephasen sogenannte Hitze-Hotspots befinden. Die Stadtklimakarte kann beim Amt für Umwelt- und Klimaschutz eingesehen werden. Den Link dazu finden Sie hier: Stadtklimakarte
Gemeinsam reagieren wir darauf: Durch zusätzliche Begrünung und schattenspendende Bäume, Trinkwasserbrunnen an zentralen Orten wie dem Neuen Markt, in Warnemünde und Toitenwinkel sowie erste Klimaoasen in dicht bebauten Quartieren wie Dierkow schaffen wir Orte zum Durchatmen. Für detaillierte Informationen zur Klimawandelanpassung nutzen Sie bitte nachfolgenden Link: Rostock – Klimawandelanpassung
